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Schattenspieler live @ Benifiz OpenAir Mettmann 03.09.2005

Kirchplatz Mettmann, Mettmann

Benefiz Open Air

An alle Jünger des Darkrock,

 

nachdem wir im Newsletter August 2005 das Konzert am 03.09.2005 in Mettmann mit den Worten ankündigten, dass wir zwecks Studioarbeiten an der Lux & Umbra CD bereits seid mehreren Monaten kein Live Konzert hatten und zu allem Überfluss die Planungen des Veranstalters (noch positiv ausgedrückt) nicht so rosig verliefen, wie wir uns das in der Regel wünschen, rechneten wir am Tage vor dem Konzert bereits mit dem Schlimmsten ...

 

Auf gings gegen 13:00 Uhr nach Mettmann, wo wir den Kirch-/Marktplatz (Ort des Geschehens) in einer atemberaubenden Verhüllung nebst einer dem Anlass entsprechenden Bühne erwarteten. Als wir ankamen, bot sich uns jedoch ein gar lustiges Schauspiel. Da waren die Markbeschicker, die ihre Markstände inmitten eines Großaufgebotes der städtischen Müllabfuhr abbauten, da war die Crew rund um den Veranstalter, die gegen die Tücken der Technik, der Statik der Bühne, allgemeinen Zeitmangel und die genervte Nachbarschaft ankämpften und zuguter letzt noch eine Hochzeitsgesellschaft, die inmitten des Chaoses versuchte, stilecht romantische Hochzeitsfotos zu schießen (ich bin mir sicher, dass der überdimensionale Müllwagen sowie die grinsenden Müllwerker im Hintergrund auf den Fotos sehr gut zur Geltung kommen werden).

 

Nach der Begutachtung der Bühne waren wir uns nicht mehr so sicher, dass Schattenspieler an dem Abend auftreten würden - hatten wir doch neben dem fehlenden Anmut der Bühne einige Sicherheitsbedenken in Richtung Statik und Wetterfestigkeit. Nachdem ich die kritischten Punkte mit dem Veranstalter geklärt hatte und dieser sich inmitten des Choas redlich den Allerwertesten dafür aufriss, mich und meine Erwartungen positiv zu beeindrucken, entschieden wir uns einstimmig dafür, Mettmann nicht zu enttäuschen und diesmal von einer "nicht ganz so bombastisch ausgestatteten Bühne" die Stadt à la "Lux & Umbra" zu zerbomben.

 

Gegen 17:30 Uhr gings dann langsam aber sicher los mit den Liveacts auf der Center-Stage. Die 2 Formationen vor Schattenspieler waren musikalisch gesehen ganz ok, auch wenn aufgrund der fehlenden Bühnenshows und dem spärlich vorhandenem Publikum (es waren vielleicht ca. 100-150 Mann verteilt über den Platz zugegen) nicht wirklich der Bär abging. War auch ok so, hatten wir noch genügend Zeit und Ruhe, unseren Merchandise Stand unmittelbar vor der Kirche aufzubauen. Die Drapierung von Schattenspieler-Shirts mittels Gaffaband an den Gemäuern des Gotteshauses hatte schon so seinen Charm ...

 

Je später der Abend wurde, desto mehr sah man auf dem Platz bekannte und vor allem unbekannte Gesichter, deren dazugehörige Oberkörper formschön in Schattenspieler-Stuff gekleidet waren. Jedesmal aufs Neue läuft es mir vor Freude kalt den Rücken runter, wenn ich die Armada an Schattenspieler Fans froh gelaunt vor unseren Konzerten zu Gesicht bekomme !

 

20:00 Uhr - die "Bühne" war reif für Schattenspieler. Da wir an dem Chaos-Nachmittag um unsere Nerven zu schonen auf den sonst üblichen Soundcheck verzichtet hatten, zogen wir so kurz und schmerzlos wie irgendmöglich die Checks durch - das Publikum musste leider 20 Minuten Feintuning (was bei InEar-Monitoring leider unumgänglich ist) über sich ergehen lassen. Apropos Publikum: Wo kamen auf einmal diese ganzen Massen an Leuten her? Binnen weniger Minuten hatte sich während des Soundchecks eine riesige Menschenmasse vor der Bühne zusammengefunden - dicht gedrängt bis zu den Mauern des Gottestempels warteten die vielen neugierigen Gesichter auf die Show. Fett - einfach nur fett !

 

Und dann gings los - mit "Verloren" eröffneten wir die Show und bereits beim zweiten Lied "Sag mir warum" waren sie vor der Bühne dem Bangen und Abfeiern wieder mal erlegen. Trotz mageren Monitorsound hatten wir auf der Bühne enormen Spass, der Sound der PA knüppelte halb Mettmann in Grund und Boden und die Strapazen des Tages waren wie weggeblasen. Nachdem der provisorische Bühnen-Regenschutz in Form einer transparenten Plane, die Dave minutenlang im Takt des Bassgewitters auf Kopfhöhe entsprechend genervt hatte, von ihm und Ili feierlich abgerissen wurde, ging es volle Fahrt weiter mit dem "Lux & Umbra" Programm.

 

Zum Ende der Show hatte ich dann ein Erlebnis der Besonderen Art - beim Intro zu "Am Ende unseres Wegs" tippte mir unerwartet jemand von der linken Seite auf meine Schulter - beim Blick in diese Richtung lächelte mich eine etwa Mitte-bis-Ende-60-jährige Frau an und fragte, ob denn heute noch das tolle Lied mit "Ewigkeit Amen" kommen würde - als ich denn auf die Frage mit "In Ewigkeit Amen - kommt gleich" antwortete, bekam die Frau das Grinsen nicht mehr aus den Backen. Wir sollten bei Zeiten mal eine neue Fanrubrik auf unserer Homepage bauen, sie bekäme einen Ehrenplatz als ältester Schattenspieler-Fan!

 

In Ewigkeit Amen wurde - zu unserer großen Freude wiedermal vor einer Kirchenkulisse - grandios, selbst hierzu headbangte die erste Reihe. Nachdem die sichtlich ermattete Meute gegen 22:10 Uhr nach 2 Zugaben Schattenspieler von der Bühne ließen, war wiedermal alles schneller vorbei, als es allen lieb gewesen ist. Bleibt am Ende noch positiv zu erwähnen, dass wir nicht von der Bühnenkonstruktion bei der ersten Windböhe erschlagen wurden und dass die Fachpresse unsere Show mehrfach als das Higlight des Tages betitelte (auch wenn ich es der Rheinischen Post nicht abnehme, dass angeblich 7000 Leute anwesend waren).

 

Ganz zum Schluss eine tiefe verbeugung von Schattenspielern den fleissigen Helfern im Hintergrund (Kreini, den Merchmädels) und den ganzen auswärtigen Fans, die dem schlappen Mettmann gezeigt haben, wie man ordentlich abfeiert. Alle denen, die es leider nicht nach Mettmann geschafft haben: Ihr habt was verpasst ... am 15.10.2005 könnt ihr es aber gerne nachholen!

 

In diesem Sinne und bis die Tage ...

 

MAiTRE