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Schattenspieler live @ Die Boerse 23.11.2010

Die Börse, Wuppertal

Wizard & Schattenspieler rocken die Börse

So,

schön wars in der Börse - zum 3. mal nach 2004 und 2008 durften wir uns erneut als Gast in der Börse sauwohl fühlen und auf der Bühne mächtig Gas geben.

 

Dieses mal - für uns eher untypisch - mitten in der Woche, dass ganze auf einen Dienstag und das noch eine Woche vor Monatsende. Aber hey, erstens sollte man Einladung nicht abschlagen und zum anderen hatte die Börse WIZARD im Aufgebot, die als Headliner ein ganz besonderes Event planten - als Ass im Ärmel wollten die Jungs als Premiere Songs ihrer neuen CD und parallel dazu Texte von André Wieslers Triologie um Hagen von Stein zum Besten geben. Also gleichermaßen Konzert und Lesung in einem Aufwasch. OK ... dachten wir uns, interessant - mal schauen, wieviele Fans ebenso denken und Dienstags in die Börse pilgern.

 

Dem Wochentag gedankt hatten Uwe und ich 90% der gesamte Backline schon eingetütet, als Hobbel und Dave am HQ unterstützend eintrafen. 15:30 Uhr --- Abflug in Richtung Wuppertal.

 

An der Location angekommen, wurden wir w(ie immer) freundlich kompetenten Team der Börse in Empfang genommen. Die Veranstaltung war vom blauen Saal in das Foyer verlegt worden, da der Verkauf der VVK-Tickets eher "schleppend" gelaufen war. Immerhin, die Schattenspieler Fans ergatterten sich weit über 50% der VVK-Tickets - das muss ja mal an dieser Stelle lobend erwähnt werden. Das Foyer ... ja, sagen wir mal so: KUSCHELIG. Bühnengröße ausreichend - zumindest, nachdem Hobbel die zündende Idee hatte, eine Beleuchtungs-Trust so zu verschieben, dass ich mit meinem Tastenturm auch noch drauf passte ... bist ja doch zu was zu gebrauchen alter Freund.

 

Backstage - diesmal nicht im 1. OG sondern im Blauen Saal - wars cool hergerichtet, doppelt so groß wie das Foyer konnte man herrlich abspannen. Vielen Dank an der Stelle an das Börsen Team, die es haben an nichts mangeln lassen. Und wenn Dave es nicht schafft, die im Kühlschrank bereitstehenden Gerstensaft Flaschen zu töten, dann ist das immer ein spitzen Zeichen. Ihr wart und bleibt in den Top 5 unserer persönlichen Venue-Charts.

 

Die Jungs von WIZARD trudelten kurz vor Beginn der Veranstaltung ein, allesamt recht geschmeidig und nicht Kontaktscheu - so solls sein.

 

Soundcheck - feinster Sound auf den Ohren, nur eines machte mir Sorgen: Meine MIDI-Temp, die zu dem Zeitpunkt eine geahnte aber noch nicht diagnostizierte Störung mit der Spannungsversorgung im Angebot hatte und die Konfiguration meiner Synthesizer während des Live-Spiels (positiv ausgedrückt) "sehr spontan" zu ändern vermochte. Auf gut Deutsch, die Sounds stellten sich um, wann und wie sie wollten und Midi-Hänger versüsten mir das Leben. Ein Albtraum - erst recht, wenn man mit 7 synchronisierten Keyboards auf der Bühne steht und als Premiere ein neues Stagepiano mit im Set hat. Anyway, Augen zu und durch - Alternativen gab es ja leider nicht.

 

20 Uhr - die Tore öffneten sich und sehr viele vertraute Gesichter enterten das Foyer. Der Schnack vorm Konzert mit Fans und Freunden --- das muss an dieser Stelle mal erwähnt werden --- ist schon ein Highlight, auf das ich mich jedes mal freue. Die Schattenspieler Gemeinde ist eben eine absolut entspannte aber vor allem treue Family und erst Recht das Foyer und die Zuschauer machten den Abend zu einem elitären Schattenspieler Familien-Fest, denn - was mir zu dem Zeitpunkt erst auffiel - Fans in Wizard-Merchandise gekleidet konnte ich nicht wirklich ausmachen.

 

20:30 Uhr. Stagetime. Eine Stunde Programm hatte sich auf der Setliste materialisiert,und in Dunkelheit peitschte als Opener durchs Foyer. Für die überschaubare Menge war die Stimmung von Anfang an beachtlich. Eigentlich sollte ich mir nach den Jahren darüber ja keine Sorgen mehr machen, weil wir vor heimischen Publikum noch nie enttäuscht wurden, aber trotzdem ist es jedes mal auf´s neue spannend zu sehen, wie die Meute drauf ist und mitrockt. Sie tat es definitiv und das tat gut ....

 

Die ersten 3 Songs waren erfolgreich durch, da schlug sie zu wie Montesumas Rache: Meine Miditemp. Und das in bis dahin noch nie dagewesener Härte, denn das Teil machte spätestens alle 40 Sekunden einen Hardreset mit den bereits beschriebenen Folgen. Und natürlich (Murphys Law lässt grüßen) meldeten sich Midi-Hänger und Soundprobleme meistens in den Passagen, wo die Keyboards im Songwriting sehr präsent im Vordergrund zu hören sind. Eine der wenigen Momente, wo ich am liebsten mit einem Hammer ... aber egal --- die Menge rockte und entweder hat es keiner mitbekommen oder es war nicht ansatzweise so dramatisch, wie ich es mir in meinem kleinen Perfektionistenhirn gedacht hatte. Auf jeden Fall bin ich nach dem Konzert lediglich mit positivem Feedback betreffend meines neuen Roland Fantom G8 bedacht worden. Ein gutes Gefühl trotz alterschwacher Miditemp.

 

Nach dem einstündigen Set räumten wir die Bühne für Wizard und hinterließen ein ordentlich warm gerocktes Publikum, welches jedoch während der 25 Minütigen Pause und spätestens nach den ersten 2 Songs und der ersten Lesung der Wizards in weiten Teilen dem Foyer entströmte. Während sich die Musik als 1:1 Manowar Clone enpuppte, war der Charme der Veranstaltung bei der Ankündigung der Lesung und dieser selbst zumindest bei mir verlustig gegangen. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht, ich hatte von der Verschmelzung von Lesung und Metal definitiv mehr erwartet. Aber es war nicht dramatisch, ich kann da das Statement von Piccohunter nur unterstreichen, dass Experimente nicht immer gut gehen müssen. Gegönnt hätte ich es den Jungs von Wizard, aber die Leere im Foyer sprach Bände.

 

Während das Wizard Konzert drinnen weiter ging, hatten wir draussen mit unserer Fangemeinde unseren Spass. Nachdem Piccohunter, Hydra und einer spontanen Geocach-Suche noch ein paar Kohlehydratstäbchen mit Eiweisseinlage bei Burger-König einfuhren, hatten Wizard ihr Experiment gegen 23:30 Uhr beendet.

 

Zurück zur Venue, Backline einpacken und erfreulich früh ab nach Hause ins Bettchen.

 

Fazit: Die Börse und das dortige Venue-Team sind spitzenklasse, Schattenspieler Fans die treuesten, die Schattenspieler-Crew tickte wieder wie ein Uhrwerk und Experimente können auch mal vor die Wand fahren. Aber gerockt hat es trotzdem ;-)

 

Danke für euren Support und bis zum 04.12.2010 in Wermelskirchen.

 

Ach ja - und danke an Ralf, Tata & Carty für die Bilder & Live-Berichterstattung auf Facebook ;-)

 

MAiTRE

Schattenspieler Familientreffen

 

Die Freude war groß nach der Ankündigung, dass Schattenspieler doch noch einma,l vor dem Gig in Wermelskirchen, auf die Bühne gehen werden. Ernüchternd war allerdings die Tatsache, dass Wizard (welche von Schattenspieler supportet wurden) ihr Konzert auf einen Dienstag gelegt haben. Nichts des so trotz machten wir uns auf den Weg Richtung Wuppertal um Schattenspieler in der Wolkenburg zu sehen.

 

Dort angekommen wartete eine Überraschung auf uns, das Konzert wurde vom großen blauen Saal in den Vorraum der Hall verlegt. Grund dafür: Im VVK gingen gerade mal 20 Karten über den Ladentisch und diese offensichtlich hauptsächlich an Darkrock Jünger/innnen.

 

Pünktlich starteten Schattenspieler ihr ein Stündiges Set mit dem wohlbekannten Opener „In Dunkelheit“ um direkt danach „Wo ist der Weg“ und „The Last Stand“ hinterher zu knallen. Die Songs flutschen wie gewohnt und somit wurde es Zeit für den ersten jüngeren Song. „Hat eis my Temple“ ist zwar nett, überzeugt mich bisher aber noch nicht ganz. Sorry Jungs, aber der Song zündet noch nicht richtig, dafür habt ihr das mit „Es gibt kein Licht“ wieder voll raus geholt und spätestens mit „Schattenspieler extended“ war „Hate is my Temple“ Vergangenheit. Besonders gefreut hat mich „Der weiße König“, haut mich jedes Mal aufs Neue um der Song und der Picco kam endlich dazu Bier zu holen. „Risen“ und „Back to live“ sollten dann das Set beenden. „Back to live“ kam auch deutlich besser an als „Hate is my Temple“ dieser Sog verdient es öfters gespielt zu werden!

 

Da der gute Dave aber bereits vor „Back to live“ ausversehen verraten, dass „Totes Glück“ als Zugabe geplant war, konnten die Herrschaften nicht einfach von der Bühne marschieren, so blieben uns aber auch die Zugabe rufe erspart und man hatte etwas mehr Zeit das Set zugeniesen (welches mal wieder viel zu kurz war!)

 

Pünktlich verließen die Schattenspieler die Bühne und vor selbiger wurde es deutlich leerer.

Wizards Experiment das Konzert mit einer Lesung zu kombinieren habe ich dann nur noch am Rande mit bekommen. Man vertrieb sich lieber die Zeit im freien mit Rene, Dave, Nessi, Picco, Verena, einem Geburtstagskind, Bö und einigen anderen. Es war also ein gelungener ausklang für den Abend. Es hatte, wie gesagt, den Charakter eines Schattenspieler Familientreffen und nicht einem einfachen support Gig.

 

GARDEISENFAUST

 

"der Sound war so dünn wie mein Schiss nach einer ganzen Flasche Abführmittel."

 

Dienstag. Dienstag?

 

Dienstag ist ein suboptimaler Tag für ein Konzert. Zumindest, wenn man nicht Bon Jovi, Iron Maiden oder Scorpions auf dem Plakat stehen hat.

 

Dort standen halt "nur" Wizard und Schattenspieler. Beides objektiv gesehen nicht unbedingt das, was man landläufig als "Superstar" bezeichnen würde. Und an diesem Abend haben "unsere" Jungs den Wizards definitiv gezeigt, wo der Spieler seinen Schatten hängen hat.

 

Konnten die Schattenspieler mit einer für einen Dienstag recht beachtlichen Fandichte punkten, sah es beim eigentlichen Headliner Wizard eher mau vor der Bühne aus. Kein Wunder, wenn man einen schlechteren Freizeit-Elton engagiert hat, der zwischen den Songs wirre Pseudo-Fantasy zerlesen hat. Klar, es war ein Experiment. Dieser Abend war halt der Beweis dafür, das jedes Experiment auch scheitern kann. Ich war ja selber gespannt, war vollkommen vorurteilsfrei. Ich kannte weder die Musik von Wizard noch die Bücher des Autors (dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, und auch keine Lust habe, den Namen nachzulesen). Es war halt nix. Die Lesung war langweilig und stimmungskillend, und Wizard entpuppte sich schlicht und ergreifend als schlechte Manowar-Kopie. Zudem litt Wizard noch unter einem sehr schlechten Sound. Klar, es war laut. Aber der Sound war so dünn wie mein Schiss nach einer ganzen Flasche Abführmittel. Da fehlte jedes Fundament. Egal. Muss man sich ja nicht noch einmal anhören.

 

Zu Schattenspieler: Beginnend mit "In Dunkelheit" und "Wo ist der Weg" kam man zu "The last stand", und an diesem Punkt war das letzte Eis endgültig gebrochen, und der Saal tobte (Das das Konzert im kleinen Foyer und nicht im großen Saal stattfand, hat Maitre in seinem Bericht ja schon geschrieben).

 

Tja, dann folgte "Hate is my temple"... das für mich irgendwie klingt wie "Risen pt. 2", und irgendwo guckt auch verstohlen Bon Jovi um die Ecke. Ich kenne die Credits zu dem Song nicht, aber ich denke, das im Kern Dave für den Song verantwortlich ist.

 

Danach folgte der Block mit den Standards, immer wieder hervorzuheben ist da "Schattenspieler". Nicht, weil ich den Song an sich zum gefühlten 47954. Mal höre, sondern wegen dem relativ neuen, instrumeltalen Mittelpart, durch den der Song schließlich nahezu zur Hälfte neu ist. Irgendwie vermisse ich Live aber auch das alte Solo... und möchte den neuen Instrumentalpart auch nicht missen. Vielleicht macht man ja mal ein Arrangement, in dem man das alte Solo mit dem neuen, genialen Teil kombiniert... das wäre in meinen Augen das Optimum. "Der weiße König" wird für mich immer der Bier-holen-und-pinkel-Song bleiben... jajaja, viele, ja sehr viele lieben den Track, ich halt nicht. That´s life. ;)

 

Es folgten noch "Risen", "Totes Glück" und der Beste von den neuen Songs, das wirklich fantastische "Back to live", bei dem ich die Grundideen vom ersten Eindruck her irgendwie Maitre in die Schuhe schieben würde...

 

Zum Sound: Das Schlagzeug klang ungewohnt kraftvoll (ist jetzt auf den Sound, nicht auf die Spielweise bezogen). Irgendwie hatte der Drumsound an dem Abend mehr Muskeln, oder die Akustik im Foyer hat sich positiv ausgewirkt. Aber ich habe seltenst Andres Fellprügeleien so kraftvoll gehört. Die Gitarren waren ein wenig zu leise, und Ili ist ja sowieso bis auf wenige Stellen eher zu sehen als bewusst zu hören (ein Schicksal übrigens, das er leider mit ca. 90% aller Bassisten auf der Welt, auch bei Megastar-Bands, teilt). Tja und Maitres neues Spielzeug, sein Roland Fantom G8, hat die Feuertaufe mehr als gut bestanden. Da waren manche sOund s zu hören, die ich vorher nicht so kannte. Bin gespannt, was der Gute da rauszaubert, wenn er den Funktionsumfang des Teils komplett inhaliert hat.

 

Alles in allem: Schattenspieler waren solide, Wizard hätte es nicht gebraucht.

Jungs, ich freue mich schon auf Wermelskirchen.

 

Bis in ein paar Tagen!

Prost!

 

PICCOHUNTER