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Schattenspieler live @ Homberg Rockt ! 25.10.2008

Luthersaal, Ratingen

u.a. mit The Mystery, My own Sense, Black Sun Rising

Moin Moin ihr Verrückten,

 

na, habt ihr euch auch schön den Nacken mit Pferdesalbe eingeschmiert? Hat ja mächtig gerockt gestern, das Homberg Rockt Festival. Vielen Dank an die Fan-Gemeinde und unsere Crew, ihr seid die Besten!

 

Zieht euch den Review von Gard rein und bis zum nächsten Konzert.

 

Rockige Grüße

MAiTRE

Was war das gestern nur für ein Tag? Erst Kaffee trinken bei der Oma, dann Chorkonzert vom Opa und dann? Ja dann ging’s nach Ratingen! „Homberg Rockt“ war angesagt und Schattenspieler waren die Headliner und das Konzert versprach spannend zu werden. André Borowczak, seit kurzem der neue Drummer der dunklen Propheten, hatte seine Feuertaufe abzuliefern und ich war gespannt wie sich der liebevolle, Kampfsport betreibende Katzenvater hinter den Drums machen würde. Dazu aber erst später mehr.

 

In Ratingen angekommen erwartete uns ein recht großer Saal in einem evangelischen Zentrum für was auch immer. Der Saal war bereits gut gefüllt, eine junge Punkrockband sprang auf der Bühne rum und das Publikum war durchschnittlich jung.“Nun ja“ dachte ich bei mir und steuerte erst mal den Bierstand an, das Bier kostete nur 50cent und man wurde net mit Pils sondern ausschließlich mit Alt zugeschüttet, schöne Sache! Dicker Minuspunkt: Man stand gefühlte 30Minuten an um an sein Bier zu kommen, aber es kann ja nicht alles Gold glänzend sein. Bewaffnet mit Bier machte ich mich auf den Weg nach draußen um mir eine zu Rauchen und traf auch schon auf Ili den verrückten und wie immer gut gelaunten Basser, kurzes Schwätzchen, Ili zerdepperte eine Glasflasche und wir beschlossen und schnell zu verdrücken da man uns bereits gedroht hatte einen Lappen zum wegwischen zu holen.

 

Nachdem ich dann die ersten drei Bier getankt hatte, war ich auch schon bereit für den ersten großen Auftritt des Abends und schon bestiegen „The Mystery“ die Bühne. Wie gewohnt schmetterten sie ihr Songs auf das Publikum nieder, Corrys Stimme war in Topform und dann passierte etwas worauf ich lieber verzichtet hätte. Die Kinder im Publikum fingen tatsächlich an zu pogen, hätte ich ja noch verkraftet wenn sie dabei net um sich getreten hätten! „Das ist kein Heavy Metal“ dachte ich bei mir und bewegte mich wieder richtung Bierstand. Am Bierstand traf ich dann Verena an, die auch darauf wartete, endlich an das nächste Bier zu kommen bevor sie einen qualvollen Tod starb ;)

 

„The Mystery“ rockten in der Zwischenzeit freudig weiter und lieferten einen Energie geladenen, geilen Gig ab!

 

Nun begann der Aufbau für die Schattenspieler und vor der Bühne wurde es schwarz. Die Zahlreichen Schattenspielerfans strömten nach vorne und beanspruchten den Platz vor der Bühne für sich. Richtig so! Guido der Meister des Sounds war extra von einem Polterabend aus Euskierchen mit seiner Frau eingeflogen und holte aus der kleinen Soundanlage den bestmöglichen Klang raus und das schnell. Der Mann ist wahrlich ein Gott! Nach einem gründlichen aber dennoch kurzem Soundcheck ging es dann auch los und Schattenspieler starteten durch!

 

„In love with a stranger“ war der opener und brachte die Menge vom ersten Ton an zum beben. Direkt danach folge Schattenspieler und dann geschah etwas wovon ich nicht mal zum Träumen gewagt hätte: Dave holte mich auf die Bühne, ich sollte mit singen. Als ich dann so da oben stand, die Menschenmasse sah dachte ich mir „Fuck!“, das Hirn setzte aus, der Text war weg und ich verließ auch ganz schnell wieder fluchtartig die Bühne nachdem ich nur Gestammel hin bekommen habe. Dave! Ich zolle dir an dieser Stelle meinen vollen Respekt! Du bist nicht nur ein verdammt guter Sänger sondern musst auch Nerven aus Stahl haben! Wie du es schaffst, jedesmal da oben zu stehen und dich nur minimal zu versingen, dazu noch Töne zu treffen und das vor den Augen von so vielen Menschen… hätte ich einen Hut ich würde ihn vor die ziehen und dir deine Füße in Bier waschen!

 

Es folgte der nächste Song und freudig kündigte Dave Corry an. Die beiden hauten dem Publikum „Sister Terror“ um die Ohren und das mit einer Routine als hätte sie nie was anderes gemacht als zusammen zu singen! Ein perfektes Team und man kann sich eigentlich nur wünschen mehr Songs mit den beiden zu hören.

 

„Totes Glück“ war der nächste Song und danach war mein Glück noch lange nicht gestorben! Es folgte ein Song auf den ich bei jedem Konzert hoffe, ein Song für den ich jedesmal zu den Göttern des Metal bete er solle doch bitte gespielt werden „Der weiße König“. Anscheinend müssen die Jungs wohl immer erst bei kirchlichen Veranstaltern spielen, damit ich den Song zu hören kriege, dabei ist der Song einfach nur geil! Ich hatte spaß wie ein kleiner Junge auf LSD in einer Schokoladenfarbig! So etwas abgrundtief geiles wie diesen Song hab ich selten zu hören bekomme!

 

Nun will ich aber mal zu Andre kommen. „The last stand“ (laut Dave das Schlagzeug lastigste Stück der Schattenspieler) stand auf dem Programm und Andre zeigte was er konnte. Gekonnte verkloppte her sein Schlagzeug und ich war mir nicht sicher ob ich mich bewegen sollte oder einfach nur voller Ehrfurcht da stehen und ihm huldigen sollte? Wahrlich, dieser Mann passt zur Band wie die Faust aufs Auge! Er wird diese Band noch durch viele großartige Gigs trommeln und dies gekonnt!

 

Nun war es Zeit zu brüllen! „Es gibt kein Licht“, einer meiner Lieblingssongs“ wurde nicht nur dargeboten! Er wurde zelebriert! Das Publikum brüllte die Band an, diese wiederum lieferte eine geile Show ab… es war einfach herrlich! Genau so ging es mit „Caelum Obscurum“ weiter und dann war mit „Wo ist der Weg“ auch schon der letzte Song erreicht. Sichtlich erschöpft stand Dave auf der Bühne, hat er doch alles gegeben, auch die Musiker waren zufrieden und Ili stand wie immer grinsend da, wird dieser Mann eigentlich nie müde? Die Zugabe rufe wurden laut und ein Pult wurde auf die Bühne getragen, Dave stellte sich dahinter, segnete das Publikum mit Bier (warum musste es Krombacher sein) und das Intro von „In Ewigkeit Amen“ ertönte. Welch Ironie „In Ewigekeit Amen“ in dieser Art und Weise in einer evangelischen Einrichtung abzuhalten, beim Publikum kam es auf jedenfalls gut an und am Ende des Stücks stellte es sich schon, wie selbstverständlich, in der Mitte zusammen um Dave zum Bierstand zu tragen.

 

Mein Fazit: Ein sehr geiles Konzert! Die Jungs werden von mal zu mal besser! Ein großes Lob muss auch an die Fangemeinde gehen, sie schafft es einfach jeden noch so kleinen Saal in einen Hexenkessel zu verwandeln!

 

Ich freu mich schon auf das nächste Konzert in Dortmund und bis dahin: Prost!

 

Gard