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Schattenspieler live @ LCB 29.01.2010

LCB, Wuppertal

Rock meets Steel

mit NakedFrancy, Crushhour, Incredible Minds

Der Anfang des Jahres hatte es - zumindest was das Wetter anging - in sich. Bei Schneefluten und Temperaturen von bis zu -18° C wurde man zumindest in unseren Gefilden daran erinnert, das es doch noch richtige Winter gibt. Schon 4 Wochen vor dem "Rock meets Metal" hatten die Jungs im Headquarter rumgefeixt, ob und wann wir das erste mal bei einem Konzert vor dem Problem stehen würden, wegen Schneechaos und Rutschpartie im HQ gefangen zu sein und nicht live an den Start gehen zu können. Aber noch waren es ja ein paar Wochen bis zum nächsten Konzert und der Schnee würde sich zwischenzeitlich schon resublimieren.

 

Tat er dann auch, um genau einen Tag vor dem "Rock meets Metal" in geballter Form wieder vom Himmel zu fallen. Am 29.01. sah es dann auch nicht besser aus - Verkehrschaos pur. Gegen Mittags trudelten die ersten Meldungen ein, dass rund um Velbert / Wuppertal nichts mehr geht, Glatteis, Stau, gesperrte Straßen, eingestellter Winterdienst (!) und unsere 400m Zufahrt zum Headquarter mit feinstem 30cm Neuschneematsch hoffnungslos zugeschissen. Hobbels Anruf ließ es dann Gewissheit werden: "Vergiss es, da geht gar nix mehr!". Na, da hatten wir ihn doch, unseren Supergau.

 

Blick auf die Uhr und Griff zum Telefon - Steffen (der Veranstalter) war nicht sonderlich angetan vom Grund meines Anrufs, hatte aber mit selbigen doch schon seit 2 Stunden gerechnet, da auch ihm nicht entgangen war, was sich da draußen für ein Wetterchen breit gemacht hatte. Ich bot ihm an, den Job terminlich zu verlegen oder den Slot für eine andere Band freizumachen - sofern er denn 6 Stunden vom Konzert noch Ersatz finden würde und das LCB dem Termin halten wolle (letzteres war natürlich der Fall).

 

Machtlos mussten wir somit das Feld räumen und der Wahrheit im FanForum freien Lauf lassen und uns dabei recht beschissen fühlen...

 

16 Uhr - eine weitere Telefonkonferenz mit den Jungs. Das Wetter hatte sich etwas gemäßigt, der Himmel hatte die Schneeschleusen abgedichtet und es taute fleißig vor sich hin. Das war die Chance - da muss doch was zu machen sein, kampflos aufgeben ist doch albern. Es wurde also der Plan ausgerufen, alles erdenktlich daran zu setzen, Abends um 23 Uhr den Headliner Posten wie geplant zu besetzen, koste es was es wolle! Also Steffen wieder angerufen (der sich zwischenzeitlich 3 Stunden erfolglos die Ohren nach einer Ersatzband blutig telefoniert hatte) und ihm mitgeteilt, dass wir - wie auch immer - doch an den Start gehen würden.

 

Es war schon etwas abenteuerlich, den Zufahrtsweg freizuschaufeln und mit kleinstem Handgepäck in den Autos teilweise mit Schrittgeschwindigkeit nach Wuppertal zu schliddern - aber wir schafften es dann schließlich doch rechtzeitig vor dem Einlass zum LCB Wuppertal, wo uns ein gut gelaunter Steffen und die LCB Crew herzlich in Empfang nahm.

 

Unsere Backline war schnell ausgepackt und Backstage verstaut. Wie immer hatte die LCB Crew für eine lockere gemütliche Atmosphäre gesorgt, Backstage konnten wir uns genau wie 2006 auf dem Feuertal Festival "wie zuhause fühlen" - macht immer wieder Spass bei euch zu spielen Leute !

 

Die anderen Bands waren ebenfalls eingetrudelt, soweit man es einschätzen konnte, alles recht lustige Gesellen, zumindest waren die Small-Talks recht kurzweilig. Nadine hatte den Merchandise-Stand bereits in Stellung gebracht, köstlichste Schokolade herbei gezaubert und mein erster Kaffee nach 8 Stunden Chaos schmeckte so gut wei selten. Die Stimmung stieg von Miunte zu Minute...

 

19:30 Uhr, Doors open, und die ersten Fans enterten das LCB. Mal wieder sehr viele bekannte Gesichter, die sich trotz des Wetters auf den Weg gemacht hatten, um sich das "Rock meets Metal" nicht entgehen zu lassen. Einzig unser BetterThanNothing aus dem FanForum hatte Nachmittags nicht mehr die frohe Kunde mitbekommen, dass Schattenspieler doch auftreten würden und war somit zuhause der Langeweile ausgesetzt - sorry for that dude, aber dafür gibts an dieser Stelle noch mal ein extra persönliches "long lives rock ´n´ roll" von uns für Dich !

 

20:10 Uhr - Incredible Minds starteten als erste Band in den Abend. Die Band spielte ihr Set ohne nennenswerte Vorkommnisse - traf nicht zwingend meinen persönlichen Geschmack, aber dafür kann die Band ja nix.

 

21:05 Uhr - die zweite Band war für meine Lauscher schon interessanter - Crushhour warteten mit einer recht jungen Combo inkl. DJ auf. DiscJokey... und Stromgitarrenmusik... geht ja mal garnicht dachte ich mir und musste mich aber ein wenig eines bessen belehren lassen. Die Jungs waren recht unterhaltsam anzuschauen, namen sich zuweilen selber auf die Schippe ("Das Mottto des Abends lautet ROCK MEETS METAL - tja und wir sind passend die Rapper) und wusten ihr junges Publikum gut bei der Stange zu halten. Handwerklich in anbetracht des noch recht jungen Alters der Combo völlig akzeptabel, nette Bühnenperformance, warum nicht auch mal sowas live on Stage vor die Rübe gehauen bekommen?

 

Die dritte Band Naked Francy muss dann irgendwann vor uns gerockt haben, was ich allerdings nicht wirklich mitbekam, schließlich hatte ich backstage ein spontanes Date mit einer schwarzen Ledercouch, die mich zu einem halben Stündchen Schönheitsschlaf eingeladen hatte. Der Schlaf war war auf jeden Fall recht erfrischend.

 

"EY DU SCHNARCHNASE - GEHT LOS !"

 

Hä?

 

Was´los?

 

Wo bin ich?

 

Ahhh ... LCB ... Stagetime ... Zeit zum Aufwachen ...

 

Während der DJ von NF sein Equipment zusammenpackt und meine Jungs ihre Backline in Stellung bringen, schraub ich meine Hardware zusammen und entere mit Sack und Pack die Bühne. Uff, ganz schön eng hier und dieses mal nur auf der rechten Seite hinter Uwe Platz zum austoben. "Na dann wird Nupje heute weniger Platz zum Bangen haben" denk ich mir verschmitzt und rücke meine Bude mit Hilfe von Daniel (Roadcrew Stageteam) zurecht.

 

Kurzer Linecheck, Sound fein, Monitoring ok, sogar ordentlich Publikum ist noch da, auch wenn der Altersdurchschnitt derweil ein wenig nach oben geschossen ist. 23:15 Uhr ... SHOWTIME...

 

Wie so oft stellte sich heraus, dass ich recht hatte. Wenn der Tag des Konzerts recht scheiße verläuft, wird das Konzert selbst der Knaller... und umgekehrt. Da dieser Schneechaostag zur ersteren Güte gehörte, brauchte ich mir um die Live-Performance und unsere Fans also keine Sorgen machen.

 

Bereits zu Beginn des Sets feuerten wir als Opener IN DUNKELHEIT ab, dessen Wirkung die Fans nicht verfehlte. Ich muss Picco recht geben wenn er schreibt, dass dies der ultimative Opener ist. Dieser Song macht auch unheimlich Spass zu spielen, weil das Teil ordentlich drückt und jede Note des Songs pure Leidenschaft ist. Ein geiles Teil, auch wenn man es schon 1.000 mal gespielt hat.

 

Song zu Ende - weiter gehts. WO IST DER WEG und THE LAST STAND rockten wie die Sau und Kasimirs Solo haute einem wieder mal die Rübe vom Hals. Nicht umsonst ertappe ich mich mal wieder dabei, diverse spielerische Parallelen zu Mike Portnoy zu erkennen und vor allem: Diese zu lieben!

 

Es folgten TOTES GLÜCK und DAS BÖSE LEBT, wobei letzteres nicht zwingend zu den Lieblingsstücken der Schattenspieler Musiker gehört ... ABER, auch das Dingen rockte live mal wieder wie die Sau und hinterließ eine glückliche Band nebst glücklichen Fans.

 

Am Ende unseres Wegs - der Klassiker aus alten Tagen, fluppte wie gewohnt. Und dann kam der Song des Abends, auf den wir uns am meisten freuten. SCHATTENSPIELER. Wir hatten im Newsletter bereits angekündigt, dass es heute etwas neues auf die Ohren geben würde - und so taten wir es denn auch. Spasseshalber wechselten wir das Keyboard-Solo gegen einen 4:30 Minuten bombast Instrumentalpart - und das Teil (läuft bei uns übrigens unter dem Arbeitstitel "21:30 Uhr") stampfte vorne weg wie eine Bazooka mit Dauerfeuer. WOW - wir waren sowas von neugierg auf die Reaktion der Fans und nicht schlecht überrascht, wie geil das Teil wirklich ankam. Daves Reaktion ging auch runter wie Öl, schließlich hören Musiker nicht oft von Ihren Sängern, welch geile Instrumentalisten sie um sich haben ;-)

 

RISEN und IN EWIGKEIT AMEN beschlossen das offizielle Set, war es doch mittlerweile bereits kurz vor 0:30 Uhr. Da die Meute sich damit nicht zufrieden geben wollte und laut "Zugabe" skandierte, feuerten wir noch ES GIBT KEIN LICHT von der Bühne und ernteten ein mitgröhlendes Publikum.

 

Tja, der Rest ist Geschichte. Abbauen, einpacken, Autos beladen und kurz vor halb 3 Uhr gings dann in Richtung Burger King. Der Winter hatte zwischenzeitlich wieder angezogen und die Wuppertaler Talachse bestand scheinbar aus 10 cm dicken Packeis. Warum sollte der Tag auch nicht so aufhören, wie er angefangen hatte...

 

Well well well - zum Schluss wie so oft und immer hochverdient: Ein dickes Danke an unsere Crew, unsere treuen Fans und das LCB-Team. Wir kommen wieder - versprochen ...

 

MAiTRE

"Sorry, wem das gefallen hat, muss eine sehr schwere Kindheit gehabt haben."

 

Nach einem groben Vierteljahr war es mal wieder soweit... Schattenspieler live on stage!

 

Allerdings sah es noch ein paar Stunden vorher kurzfristig so aus, als wenn der Gig wettertechnisch in den Schnee fallen könnte.

 

Aber hat ja geklappt, aufgeben ohne es zu probieren ist eben kein Rock n Roll, und erst recht kein Darkrock!

 

Die Fahrt nach Wuppertal war auch einfacher als gedacht, lediglich auf dem Stück Autobahn (das ist doch mittlerweile ne Autobahn, oder) zwischen Velbert und Wuppertal fuhr man wie auf einem Feldweg... man hoppelte halt über die ein oder andere Eisplatte. Aber Scheiß drauf... wer bremst, verliert, erst recht auf Eis. Alles in allem war die Fahrt aber überhaupt kein Thema, und gegen 19:45 waren wir am Ort des Geschehens, dem LCB in Wuppertal.

 

Kurze Begrüßungsrunde, das erste Bier, und schon kam die erste Band des Abends auf die Bühne:

 

Incredible Minds... was soll ich sagen... die Band an sich spielte durchaus erträglich... unauffällig, aber es tat nicht weh. Die Sängerin allerdings... sagen wir mal so: Sie hätte in den 80igern jeder Kreisklasse-NDW-Nachwuchsband gut gestanden, wenn sie singen könnte. Hier wäre, zumindest was den Gesang betrifft, ein Töne-Geradebieger oder Scheiße-zu-Gold-Konverter wirklich nützlich gewesen.

 

Kurze Umbaupause, Crushhour waren dran. Optisch eine Casting-Band auf Bohlen-Niveau, spielten sie rein musikalisch doch recht sauber auf. Keine musikalischen Meilensteine, aber faktisch eine echte Steigerung zur ersten Band... auch wenn der Musikstil von Crushhour an sich überhaupt nicht mein Ding ist. Aber den ganzen Teenie-Chicks im Publikum wird es definitiv gefallen haben.

 

Normalerweise sagt man ja: Aller guten Dinge sind drei... aber am gestrigen Abend wartete an dritter Stelle des Billings der musikalische Super-GAU auf das wehrlose Publikum. Entweder hatten Naked Frenzy gestern einen beschissenen Tag, oder sie sind immer so schlecht. Ein einziger Soundbrei, uninspirierter Gesang, ein grottiges Ramones-Cover, viele andere Songs klangen wie reinrassige Kreator-Klone. Das da trotzdem eine beachtliche Anzahl an Leuten vor der Bühne stand, kann ich mir etweder nur mit Bestechung, zuviel Alkohol oder einfach Schmerzfreiheit erklären. Der Sound war nämlich so schlecht, das er in weiten Teilen einfach körperlich weh tat. Sorry, wem das gefallen hat, muss eine sehr schwere Kindheit gehabt haben.

 

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Höhepunkt, dem Headliner des Abends:

 

Es war irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr, als es mit "In Dunkelheit losging. Ein viel zu wenig gespielter Song, und in meinen Augen der ideale Opener. Weise gewählt, Jungs!

 

Danach ein paar Repertoire-Standards, ein gewohnt geiles (und gewohnt viel zu kurzes) Drum-Solo von Andre... und dann kam für mich der eigentliche Höhepunkt des ganzen Konzertes: Der Song "Schattenspieler". Jetzt werden viele denken: "Wat? Der Song und Höhepunkt? Der hängt doch wahrscheinlich, die Band mit eingeschlossen, mittlerweile jedem zum Halse raus!" Nein! Und diesmal gabs eine neue Fassung, angereichert mit einem mehr als genialen neuen Instrumental-Mittelteil, der einfach nur arschtritt. Lasst den so wie er ist, versaut den nicht mit nem Gesangspart! Einfach geil! Mehr davon! Das meine ich ernst, zumindest für meinen Geschmack könnte es durchaus mehr Instrumental-Parts oder auch ruhig mal ganze Stücke geben. Nix gegen Dave, aber da sind noch 5 andere Musiker auf der Bühne, und die sind nicht nur Gesangsbegleitung.

 

 

Apropos Dave... musste ich im letzten Bericht noch schweren Herzens schreiben, das Dave in gesanglicher Hinsicht schon mal besser war, hat er gestern Abend bewiesen, das er es noch kann! Das war wieder der Dave, wie wir ihn kennen. Hatte wahrscheinlich damals einfach keinen guten Tag. Aber gestern: Thumbs up!

 

Kleine Einschränkung: Das Mikrofon-Handling üben wir nochmal... oder einfach auf Funk-Mikro´s umsteigen. ;-)

 

Der Abend war dann irgendwann mal wieder viel zu schnell vorbei... und gegen kurz vor 4 heute Morgen waren wir dann auch wieder zu Hause.

 

Leute, war ein geiler Abend... mehr davon!

 

PICCOHUNTER

 

Ach ja, kleiner Hinweis ans LCB:

 

Keine Tops ohne Subs! Auch wenn die Dinger als Fullrange-Speaker angepriesen werden, klingen sie ohne ein paar vernünftige Schlammschürfer einfach dünn und kraftlos... zumindest wenn man mehr möchte als Hintergrund-Berieselung.

 

Danke an den LCB Hoffotografen für die feinen Bilder !