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Schattenspieler live @ Winternachtstraum-Festival 19.02.2010

WNT Festival, Arnsberg

Zwei Tage Festival und Schattenspieler sind mit an Board

Hallo Freunde und Jünger des Darkrocks,

 

ich hatte zuvor schon einiges über das Winternachtstraum Festival (WNT) gehört, hatte mir in den letzten Jahren aber selbst noch nicht das Vergnügen bereitet, selbiges in den sauerländischen Gefilden reinzuziehen.

 

Die Gelegenheit bot sich nun 2010, bei der Schattenspieler durch die guten Kontakte zu Orden Ogan für die neue Ausgabe des WNT ins LineUp aufgenommen wurde. Ursprünglich für Slot 3 vorgesehen, rutschten wir in den letzten Tagen vor dem Festival auf den Opener Slot, da die Opener Bands ihre Teilnahme am Festival kurzfristig absagen mussten. Wehrmutstropfen war lediglich die um 10 Minuten aufgestockte Spielzeit auf nunmehr 40 Minuten.

 

Da unsere Stagetime 2 Tage vorm Festival mal eben um fast eine Stunde nach vorne verschoben wurde, hatten wir in einer Schrecksekunde zu befürchten, nicht an den Start gehen zu können, da unser Kasimir eigentlich bis 16 Uhr im Büro zu schaffen hatte und selbst bei Anmietung eines Helikopters die Anreise unseres Drummers ziemlich kritisch werden würde. Aber - Chefin sei dank - wurde Onkel Kasi dann doch früher ins Wochenende entlassen, so dass das WNT in Angriff genommen werden konnte. Unbekannter Weise von hier aus noch einmal beide Daumen nach oben für diese wirklich entgegenkommende Aktion. Solange man von der Musik noch nicht leben kann und einer geregelten Arbeit nachgehen darf, kann man nur froh über solch nette Arbeitskollegen sein.

 

Die Anreise nach Arnsberg konnte man durchaus als Abenteuerlich beschreiben. Die vorgerückte Startzeit hatte uns eine Stunde Zeitreserve gekostet, trotz dessen kamen wir gegen 14 Uhr noch fast pünktlich vom Headquarter los. 15 Uhr ... hey, eine Stunde Fahrzeit und wir hatten echt schon 20 von 100km hinter uns gebracht und gammelten widerwillen auf der A46 im Stau herum. Blinker rechts und ab durchs Tal über Land bis zum AK Nord auf die A1. Ab hier rollte es dann, bis zur nächsten Autbahn, wo man mal wieder dank Stau ordentlich ausgebremst wurde.

 

16:10 Uhr - fast pünktlich rollten wir auf den Parkplatz, um bereits 5 Minuten später vom Veranstalter mit allem Nötigen ausgestattet zu werden: Catering & Backstage Pässe, GEMA Anmeldung und und und ... erster Eindruck der zählt: Perfekt durchorganisiert, coole Crew, nice Venue.

 

Ein paar Wimpernschläge später stehen wir schon auf der geräumigen Bühne, lassen uns von der Nebenmaschine einräuchern und starten mit "In Dunkelheit" in das WNT 2010. Das Set haben wir aufgrund der 40 zur Verfügung stehenden Minuten Stagetime ordentlich knackig ausgewählt. Der Monitorsound ist erste Sahne (danke an den Tech für den Mon-Mix) und die PA drückt ordentlich Schall in die mittlerweile zur hälfte gefüllte Halle. Freitags 17:20 Uhr - viele Festival Besucher stecken noch im Stau, auf der Arbeit oder sonst wo. Ich hätte alleine deswegen gerne unseren ursprünglichen Startplatz gegen 19:00 Uhr herbeigezaubert. Shit happens - but who cares? Weiter gehts ...

 

Den 10 Minuten Zeitgewinn füllen wir mit der neuen Version "Schattenspieler - extended" aus, die gestern bereits gesichteten DVD Aufnahmen sprechen eine ordentliche Sprache: Das Dingen haut einem die Rübe weg und wird sicherlich nicht das letzte mal gehört worden sein.

 

DVD ... ? Ach ja, vergaß ich doch glatt zu erwähnen. Die Veranstalter hatten wie bereits in den Vorjahren eine komplette prof. DVD Produktion inkl. Kamerakran am Start, um das Festival in bunt und Ton verewigen. Neben dem sicherlich bald zu erwartenden offiziellen WNT 2010 DVD Sampler werden bestimmt auch bei Zeiten die Schattenspieler Videos hier zu betrachten sein.

16:55 Uhr - Line- & Soundchecks sind abgeschlossen. Ein Blick auf die Timetable verrät: In 20 Minuten eröffnen wir das Winternachtstraumfestival 2010...

 

Die Metalheads in den ersten Reihen bangten trotz früher Uhrzeit schon ordentlich mit, der Rest der Halle schien eher andächtig der Show zu folgen (O-Ton Dave "Na, ihr müsst wohl noch ein bisschen Bier trinken ") und stieg erst gegen Ende der Show zu " Es gibt kein Licht" mit ein. Das Finale bestritten wir mit "Caelum Obscurum", dem besten Song zur Beschließung eines Live-Sets wie ich persönlich mal anmerken darf.

 

2 Minuten vor dem offiziellen Ende der strikten Stagetime verhalten die letzten Klänge - Changeover. Mist, schon wieder verdampften 40 Minuten in weniger als 30 gefühlten Sekunden.

 

Tja, man kann schon sagen, dass die von euch, die nicht auf dem WNT 2010 waren, einiges verpassten. Aber ich will an dieser Stelle mal nicht so sein ... hier findet ihr ein paar Live-Videos vom WNT!

 

Was dann kam, war wieder reine Routine. Abbauen (danke an unsere Stagehand Ralf nicht nur fürs Foto knipsen sondern auch fürs tatkräftige anpacken) und ab zum Merchstand, wo Anne fleißig Ware an den Mann brachte. Small Talks, viele unterhaltsame Momente mit Piccohunter und den vielen anderen bekannten Gesichtern schlossen sich an. Rund herum ein wirklich gelungener Abend.

 

Doch gegen 23 Uhr holte uns leider die Müdigkeit ein (jaja, wir werden auch nicht jünger) und so traten wir die Rückreise zum Headquarter an...

 

Danke an dieser Stelle an die Fans, die neue Kontakte (Gruß an Heinz Seifert ;-) sowie Dank an die komplette Live-Crew vom Winternachtstraum Festival. Wir haben uns sauwohl gefühlt bei und hoffen, demnächst nochmal auf das WNT eingeladen zu werden. Vielleicht gibt es dann eine kleine Revange für den dann doch übernommen Headliner posten. Wir würden uns freuen!

 

Cheers

 

MAiTRE

 

"...alles in allem eine absolut amtliche und geile Sache..."

 

Nach einigen Konfusionen um die Position im Billing und der damit verbundenen Stage-Time in den Tagen vor dem Festival schien sich nun endgültig herauskristallisiert zu haben, das Schattenspieler wider Erwarten und Hoffnung nun doch als Opener um 17:00 Uhr den Winternachtstraum in Arnsberg eröffnen. So machten wir uns dann gegen 14:30 in Heiligenhaus auf den Weg, sammelten Bö, Askitura und Darkkits in Wuppertal ein und ab ins Sauerland.... die Fahrt war gespickt mit ein paar Verkehrsbehinderungen, aber langweilig wurde es nicht. Zwischenzeitlich gabs dann auch unterwegs Info von Ili, das das ganze Spektakel nicht um 17 Uhr, sondern 20 Minuten später beginnen sollte... konnte uns nur Recht sein, so hatten wir noch ein wenig mehr Stau-Reserve.

 

Zwischenzeitlich wurde auch das Billing "diskutiert", und das hinter dem Headliner des Abends Tyr gegen 1 Uhr nachts noch eine andere Band den undankbaren Job des "Rausschmeißers" hat... worauf eine Person im Auto, dessen Namen ich aus Personenschutzgründen nicht nennen möchte, sagte: "Wie, Schattenspieler spielen nochmal?"

 

Ca. viertel vor 5 waren wir dann auch am Ort des Geschehens, suchten uns einen Parkplatz 5 Gehminuten vom Eingang... nur um kurz daraufhin zu merken, das wir auch direkt vor der Tür hätten parken können. Egal, jetzt steht die Karre einmal, Shit happens.

 

Der erste Eindruck, als wir die Location betraten: Sehr fein, sehr gut organisiert, einfach klasse. Besonders positiv war, das in der eigentlichen Halle geraucht werden durfte. Ehrlich... alle Raucher werden mir da Recht geben: Ein Konzert ohne Bier in der einen, und ne Kippe in der anderen Hand geht eigentlich auf Dauer gar nicht. Sehr fein auch die eingebaute Pommes-Bude, die dafür gesorgt hat, das man auch den ganzen Abend die nötige Grundlage fürs Bier hat. Überhaupt: trotz relativ vollem Haus gab es nirgendwo nennenswerte Wartezeiten... weder beim Getränkestand, Futterbude oder beim Klo.

 

Die übliche Begrüßungsrunde absolviert, und schon war es soweit: Schattenspieler On Stage.... Ein knackiges Set, das für die zur Verfügung stehende Länge eigentlich keine Wünsche offenließ: beginnend mit dem sich als perfekten Opener herauskristallisierendem "In Dunkelheit", "Wo ist der Weg", "Schattenspieler (neue Version)", "Risen", "Es gibt kein Licht" und dann der perfekte Abschluss "Caelum Obscurum". Der Sound war von der ersten Sekunde an fast perfekt, es war einer der wenigen Gigs, bei denen nahezu jedes Wort von Dave verständlich rüberkam (trotz laut Dave suboptimalen Mikro), und jedes Instrument klar zu hören war. Da kam die neue Version von "Schattenspieler" noch viel besser und gewaltiger rüber als vor ein paar Wochen im LCB... alles in allem eine absolut amtliche und geile Sache, hat verdammt viel Spaß gemacht. Und den zu der Uhrzeit noch nicht ganz so zahlreich vorhandenen anderen Zuschauern hat es ebenfalls sichtlich gefallen. Wie Maitre schon schrieb: En anderer Slot, irgendwo ab 20 Uhr, und die Hütte hätte gekocht. Aber für den eher undankbaren Job des Openers zu für Rock-Verhältnisse früher Morgenstunde eine amtliche und geile Performance.

 

Nach dem Gig wurde dann dem großen Mann noch gegen seinen erklärten Willen zum Geburtstag gratuliert... das Leben ist kein Wunschkonzert, Dave ;)

 

Kommen wir zu den anderen Bands:

 

Contradiction waren dann eher wieder etwas für Grobmotoriker... irgendwie für meine Ohren einfach nur 40 Minuten Rumgeholze... eher Lärm als Musik. Wem es gefällt... mit nicht. Es klang alles gleich, nur kurze Pausen deuteten an, das wahrscheinlich jetzt ein neuer Song begann. Oder war es doch wieder derselbe? Is auch egal, sie waren ja irgendwann wieder von der Bühne verschwunden.

 

Torian waren als nächstes dran, und waren zumindest um einiges besser zu ertragen. Das hatte für mich zumindest wieder etwas mit Musik zu tun... auch wenn das alles verdächtig nach eiserner Jungfrau roch. Nicht originell oder eigenständig, aber es hat auch nicht sonderlich gestört.

 

Das haben Mob Rules auch nicht... es hat mir sogar ein klein wenig besser gefallen als beim letzten Mal beim Börsencrash... und da haben sie mir gar nicht gefallen. Leider hat der Sänger insgesamt starke Unverträglichkeitserscheinungen mit meinen Sinnesorganen.

 

An Sacred Steel habe ich ehrlich gesagt keine wirklichen Erinnerungen mehr, aber Hydra-Schatz hat mir glaubhaft versichert, das ich während des Auftritts nicht wirklich etwas positives darüber gesagt habe, eher das Gegenteil. ...und das knapp 2 Tage später nicht mehr wirklich etwas davon bei mir hängen geblieben ist, spricht für mich definitiv dafür, sich nicht mehr weiter mit der Band beschäftigen zu müssen.

 

Orden Ogan... auf die war ich gespannt. Denn die 1 oder 2 Songs, die ich bislang kannte, waren nicht schlecht. Gut... musikalisch gibt es nicht viel auszusetzen, trotzdem war ich doch eher enttäuscht von der Performance. Lächerliche, überflüssige Show-Einlagen (ich sage nur Dauerlutscher) und tonnenweise Backing Vocals (oder sogar mehr als das?) aus dem Sampler haben dem ganzen Paket dann doch einen verdammt schalen Beigeschmack verpasst.

 

Disillusion habe ich fast komplett verquatscht, da mittlerweile die schattigen Jungs Richtung Heimat wollten, Autos für die Rückfahrt umbesetzt werden mussten (Dave z.B. wollte noch bleiben, etc) und man sich ja gebührend verabschieden wollte. Den letzten Song habe ich noch mitbekommen, handwerklich nicht übel, aber nicht unbedingt meine Musik.

 

Dann kamen endlich Tyr auf die Bühne... neben Schattenspieler der Grund für mich, den relativ hohen Eintrittspreis und die vergleichsweise lange Fahrt auf mich zu nehmen... und was soll ich sagen: Die Jungs von Tyr haben mich absolut nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil: Sie haben mich absolut überzeugt! Spassfaktor 10, ein geiler Sound, die Jungs kamen einfach sympathisch rüber... machen echte Musik... hat sich absolut gelohnt. Wenn die mal wieder in der Nähe sind... gerne wieder!

 

Nach Tyr sind wir dann aber auch aufgbrochen... Diesmal in leicht veränderter Auto-Besatzung. Die Rückfahrt war erwartungsgemäß staufrei... ganz im Gegensatz zur Hinfahrt. Nachdem wir dann Darkkits in Wuppertal zu Hause und Dave und Askitura in Wülfrath sicher abgeliefert haben, kamen wir dann auch kurz nach 3 zu Hause an, und fielen ins Bettchen.

 

PICCOHUNTER

Besten Dank Ralf !